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Schallplattenspieler

Töne für die Ewigkeit

Worte und Melodien für die Ewigkeit

Was ist Musik? Musik ist eine Sprache in Tönen. Mehrere Töne erschaffen Klänge, so wie Buchstaben Worte formen. Musik berührt fast alle Menschen, denn sie weckt Emotionen. Musik gilt auch als eine Sprache der Herzen.

Lange schien es ein unerfüllbarer Wunsch der Menschheit zu sein, Töne zu konservieren. Thomas Alva Edison (1847-1931) gelang es 1877 den Ton zu bannen und ihn über den Phonographen wieder abzuspielen. Der gebürtige Hannoveraner Emil Berliner (1851-1929) entwickelte aus diesen Erfahrungen 1887 das Grammophon. Seine Idee war es, mit Hilfe der Schallplatte die Musik einem großen Publikum zugänglich zu machen. Zusammen mit seinen Brüdern Joseph und Jacob gründete er 1898 die Deutsche Grammophon Gesellschaft in Hannover. Die klingende Scheibe eroberte von hier aus die Welt.

Eine Zeitreise durch die Geschichte der Tonkonservierung

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Der Physiker Giambattista della Porta (1535–1615) versucht, gesprochene Worte in Behältern zu konservieren.

Porträtzeichnung von Professor Wilhelm Weber

Dem später in Göttingen wirkenden Professor Wilhelm Weber (1804–1891) gelingt es, mit einer Stimmgabel und einer mit Ruß bedeckten Papierwalze, Töne aufzuzeichnen.

Charles Cros (1842–1888) präsentiert einen automatischen Telegraphen.

Eine Schematische Zeichnung eines Phongrafen

Thomas Alva Edison (1847–1931) entwickelt den Phonographen und die Tonwalze. Damit kann die menschliche Stimme erstmals aufgezeichnet werden.

Eine schematische Zeichnung eines Grammophons

Emil Berliner (1851–1929), ein aus Hannover stammender Kaufmannssohn, erfindet das Grammophon und die Schallplatte.

zwei Schellackplatten

Die Schellackplatten der Deutschen Grammophon Gesellschaft mit einem Durchmesser von 12 Zentimetern spielen knapp 2 Minuten.

Eine Schellackplatte auf einem Grammophon

Die Firma Odeon erfindet die zweiseitig abspielbare Schallplatte.

Die Firma AEG präsentiert das erste Tonbandgerät, das „Magnetophon K1“.

ein schmaler tragbarer Kassettenrekorder

Die Firma Philips entwickelt den ersten Cassetten-Recorder.

ein geöffnets Fach eines CD-Players mit einer CD

Die Firmen Sony und Philips stellen die „Compact-Disc“ vor.

Eine Forschergruppe der Universität Erlangen-Nürnberg und des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS
Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Erlangen

Eine Forschergruppe der Universität Erlangen-Nürnberg und das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS entwickeln das MP3-Format.

Die Spieldose

Musikalische Klänge über Geräte abspielen zu können, faszinierte die Menschen schon vor zweihundert Jahren. Es gab eine Vielzahl mechanischer Musikautomaten, unter anderem die Spieldosen, die Musik auf Walzen oder Scheiben abgespielten.

Der Phonograph

ein Phonograph mit tütenförmigen Trichter und Tonwalze zum Abspielen von Tönen
Ein Phonograph funktioniert als Aufnahme- und Abspielgerät

Bei der Vorführung seines Phonographen im Jahr 1877 setzte Thomas Alva Edison mit einer Handkurbel eine neun Zentimeter lange Walze, die mit einer Staniolschicht überzogen war, in schnelle Bewegung und sag dabei ein Kinderlied. Während die Walze rotierte, glitt ein Stahlstift an der Walze vorbei. Der Stahlstift saß auf einer Glimmermembrane. Die Sprach-schwingungen, die auf die Membrane trafen, übertrugen sich auf den Stift und ritzten sozusagen das Lied in die Walze. Anschließend wechselte Edison die Aufnahmemembrane gegen eine Abspielmembrane und brachte das Lied deutlich, wenn auch etwas krächzend, zum Erstaunen aller Anwesenden wieder zu Gehör.

Zunächst erprobte man den Phonographen als Diktiergerät in Büros.  Vorübergehend setzte sich der Apparat als Unterhaltungsmedium durch. Musiker, die in späteren Jahren im Schallplattengewerbe berühmt werden sollten, begannen damit, Walzen zu besingen.

Die Tonwalze

eine blaue Tonwalze ragt aus einer Packverpackung. Eine weitere Verpackung steht daneben
Die Tonwalzen tragen die Schallinformation in Rillen in der Tiefenschrift

Ab 1901 ließen sich die Walzen gut vervielfältigen. Die Spieldauer betrug ca. zwei Minuten. 1905 waren bereits 30-cm-Schallplatten mit einer Spieldauer von vier Minuten auf dem Markt. Edison entwickelte die Walzen weiter und kam auf reichlich vier Minuten Spieldauer. 1912 entwickelte er die Edison Blue Amberol aus Zelluloid. Die Walzen wurden unzerbrechlich und konnten ca. 3.000-mal gespielt werden. Die Qualität übertraf alle Walzen und auch alle Platten der Konkurrenzfirmen.

In dem Video sehen Sie einen Phonographen, Tonwalzen, Schellackplatten und Grammophonnadeln in der ehemaligen Ausstellung des meg.

Das Grammophon

ein Grammophon mit glänzendem Metalltrichter, der mit seiner Form an einen Hexenhut erinnert
Grammophon aus dem Jahr 1902 mit einem Trichter, dessen Form an einen Hexenhut erinnert

Im Jahr 1887 meldete Emil Berliner das Grammophon zum Patent an. An den Grammophonen befand sich eine Kurbel, die es anfangs während der gesamten Spieldauer der Platte gleichmäßig zu drehen galt. 1896 entwickelte Eldrigde R. Johnson (1867-1945), ein Geschäftspartner Emil Berliners, ein Federlaufwerk für Grammophone.

Die Musik aus dem Trichter

ein hölzernes Tischgrammophonmit zwei Klappen zur Lautstärkeregelung
Koffergrammophon, Polyphon-Werke AG, Berlin, um 1920er Jahre

Bei frühen Grammophonen war die Schalldose direkt am Trichter befestigt. So lastete ein Gewicht von bis zu 200 Gramm auf dem Tonarm. Die Trichter konnten bei dieser Bauart eine gewisse Größe nicht überschreiten. Erst als die Apparate mit einem sogenannten Schwanenhals-Tonarm zum Hochklappen versehen wurden, konnten die Trichter größer werden.

Bald waren die ausladenden Trichter nicht mehr gefragt. Sondern Tischgrammophone und Koffergrammophone erfreuten sich großer Beliebtheit. Besonders in den 1920er Jahren als flotte Tanzmusik populär wurde. Nun waren die Geräte transportabel – und man konnte draußen beim Picknick oder bei der Ruderpartie beschwingte Musik hören.

Das Grammophon blieb bis Ende der 1920er Jahre ein mechanisches Wiedergabegerät. Einzig sein Plattenteller wurde in diesen Jahren elektrisch gedreht. Die Musik kam ohne Verstärkung direkt aus der Rille.  

Die Schellack-Schallplatte

eine Schallplatte mit dem Hund Nipper als Markenzeichen der Deutschen Grammophon Gesellschaft wird auf einem Grammophon abgespielt
Die Schellackplatten spielte man mit 78 Umdrehungen pro Minute ab

Die frühe Schallplatte hatte mit 12 Zentimetern Durchmesser exakt die Größe der späteren CD. Sie bestanden aus Hartgummi, waren nur einseitig abspielbar und hatten eine Spieldauer von knapp zwei Minuten. Erste Platten aus Schellack gingen ab 1897 in Produktion. Die ersten Schellackplatten hatten einen Durchmesser von 17 cm und eine Spieldauer von zwei Minuten, später maximal fünf Minuten und waren ebenfalls nur einseitig abspielbar.

Emil Berliner entwickelte für seine Platten die Seitenschrift. Das heißt, die Plattenrille ist seitlich ausgelenkt, wie eine Wellenrille. Und zwar unterschiedlich stark. An lauten Musikpassagen ist die Rille sehr weit ausgelenkt, an leisen Passsagen nur sehr wenig. Die Grammophonnadel wird demnach in der Rille seitlich hin und her geführt.

Die Grammophonnadeln

Ein kline Metalldose für Grammophonnadeln mit dem Hund Nipper als Markenzeichen "Die Stimme seines Herrn"
Auf der Dose mit Grammophonnadeln ist das Markenzeichen der Deutschen Grammophon Gesellschaft "Die Stimme seines Herrn" abgebildet

Die Nadel ist mit einer kleinen Schraube an einer Schalldose befestigt. Das erleichtert das Austauschen. Denn es wurde empfohlen die Nadeln regelmäßig zu wechseln – idealerweise nach jedem Gebrauch.

Die Nadeln wurden in großer Stückzahl in bunt bebilderten Nadeldosen angeboten. Über die Nadel lässt sich die Lautstärke des Grammophons variieren. Nadeln mit der Bezeichnung „Forte“ bieten einen lauten Klang. Die Bezeichnungen „Piano“ und „Pianissimo“ versprechen leise Töne.

Zum Abspielen der Musik wird der Tonarm mit der Nadel in die Rille gesetzt. Durch die Seitwärtsbewegungen der Schalldose beginnt nun eine eingebaute Membrane zu schwingen. Diese Schwingungen lassen die Musik aus der Rille erklingen – verstärkt durch den Schalltrichter.

In dem Video lassen wir Töne aus einem Holztrichter-Grammophon und aus einem Tischgrammophon erklingen.  

Die Vinyl-Schallplatte

ein elektrischer Dual-Plattenspieler mit einer Single-Schallplatte
Single-Schallplatten begeisterten Mitte der 1950er Jahre die Musikliebhaber

Ab der zweiten Hälfte der 1950er Jahre setzte sich Polyvinylchlorid (PVC) – kurz Vinyl genannt – als Plattenrohstoff durch. Das neue Plattenmaterial und die Geschwindigkeit von 33 Umdrehungen pro Minute verlängerten die Spielzeit der Langspielplatte auf 25-30 Minuten. Die Single-Platten wurden mit 45 Umdrehungen pro Minute abgepielt. Ihr Einsatzgebiet war anfangs die Jukebox. Mit dem Stereosystem erreichte die Klangqualität der Schallplatten dann nochmal eine neue Dimension.

Die Stereo-Schrift

Eine Musiktruhe mit einem herausklappbaren Radio und Plattenspieler mit Wechsler für 10 Schallplatten
Musiktruhe aus dem Jahr 1960 mit Radio, Plattenspieler und Fernseher

Bei der Stereo-Schrift, die ab 1958 eingeführt wurde, handelt es sich um eine Kombination aus Edisons Tiefenschrift und Berliners Seitenschrift. Das heißt, bei Stereo-Aufnahmen ist die Plattenrille auf einer Flanke mit Höhen und Tiefen und auf der anderen Flanke mit seitlicher Auslenkung bespielt.

Ab den 1950er Jahren kamen kombinierte Musikmöbel mit Radio und Schallplattenspieler auf den Markt. Besonders hochwertige Musiktruhen beinhalteten einen Plattenwechsler für zehn Schallplatten und zudem einen Fernseher, wie das Gerät aus dem Jahr 1960 auf dem nebenstehenden Foto.

Die Musikbox

eien Jukebox Rock-ola mit leuchtenden Tasten
Jukebox "Rock-Ola" aus dem Jahr 1963

Die Musikbox "Rock-ola" aus den frühen 1960er Jahren bietet Platz für 60 Single-Schallplatten mit 120 Songs. Nach Einwurf einer Münze wählte man über die Tastatur das gewünschte Lied.

Musik von den Beatles, Elvis Presley, Peter Kraus oder Connie Francis und heutige Kultschlager wie "Rote Lippen soll man küssen", "Kriminaltango" und natürlich Rock 'n' Roll ließen es in Kneipen, Eiscafés und Milchbars einst kräftig rocken.

In dem Video sehen Sie, wie die Juke-Box bedient wird und wie eine Platte aufgelegt wird.

Das Tefifon

ein Tefifon ist eine Schallbandgerät. Ein Schallband liegt daneben
Tefifon Holiday Super II, Tefi-Apparatebau KG, Porz, 1960-62

Im Jahr 1936 stellte der Unternehmer Dr. Karl Daniel (1905–1977) bei der Rundfunkausstellung in Berlin mit dem Tefifon ein neuartiges Schallbandgerät mit 100 Metern Bandlänge und einer Gesamtspieldauer von 24 Stunden Sprache und 12 Stunden Musik vor. Nach dem Krieg entwickelte er das Tefifon zur Serienreife und produzierte es in Massenfertigung in Köln, dem Sitz der TEFI-Werke.  

Im Jahr 1952 umfasste das Repertoire von TEFI bereits 230 Schallbänder mit 1.577 Musiktiteln. Während die Schellack-Schallplatten in den 1950er Jahren bei einem Durchmesser von 30 Zentimeter nur eine Spieldauer von 4–5 Minuten erreichten, konnten mit den TEFI-Bändern ganze Opern ohne Unterbrechung gehört werden. Dies geschah mit Hilfe der Mikroschrift-Technik, die später die Langspielplatte (LP) zum Welterfolg führen sollte.

Das Tonbandgerät

Tonbandgerät
Tonbandgerät TK 5, Grundig GmbH, Fürth, 1955-1958

Mit dem Tonbandgerät konnten die seit den 1950er Jahren sehr beliebten Magnettonbänder aufgenommen und abgespielt werden. Ein Lautsprecher ist in das Gerät integriert.

Auf dem Foto ist mit dem TK 5 der Grundig Radio-Werke GmbH, Fürth, ein Klassiker der Technikgeschichte zu sehen. Das Gerät kostete Mitte der 1950er Jahre 485 DM.