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ein Staubsauger namens Vampyr mit Stoffbeutel

Vom Kobold und Vampyr

Blitzsauber und staubfrei

meterlange Schläuche wurden  von einem Staubwagen durch die Fenster in Wohnungen gehängt
Straßenstaubsauger von Cecil Booth (1871–1955), 1901. Mit Schläuchen wurde der Staub durch die Fenster abgesaugt.

Staubsaugen war die ersten zehn Jahre nach seiner Erfindung reine Männersache. Schließlich passten die lärmenden Ungetüme von der  röße einer Dampflokomotive nicht einmal in die Wohnung. Sie mussten mit Pferdefuhrwerken transportiert werden. 1901 hatte der Londoner Brückenbauingenieur Hubert Cecil Booth (1871–1955) denersten „Vacuum Cleaner“, so der Name des frühen Staubsaugers, zum Patent angemeldet. Von Haus zu Haus fuhr Booth' riesiger Staubsaugerwagen und bediente mit langen Schläuchen bis zu vier Wohnungen gleichzeitig.

Eine Zeitreise durch die Geschichte des Staubsaugens

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Mit einem Pressluftreiniger wird versucht, Eisenbahnwaggons zu entstauben.

meterlange Schläuche wurden  von einem Staubwagen durch die Fenster in Wohnungen gehängt

Hubert Cecil Booth (1871–1955) meldet den „Vacuum Cleaner” zum Patent an und gründet die Reinigungsfirma British Vacuum Cleaner Company.

eine Herr tritt abwechselnd auf zwei Fußpedale eine Dame bedient den Sauger

Die British Vacuum Cleaner Company bringt ein erstes Haushaltsmodell auf den Markt. Es wiegt jedoch immer noch 40 Kilogramm.

eine historische Zeichnung eines großen staubsaugers

Der Hausmeister James Murray Spangler (1848–1915) entwickelt einen handlicheren Staubsauger. William Hoover (1849–1932) kauft Spangler das Patent ab. Hoover wird zur führenden Staubsaugermarke.

Zwei Dienstmädchen bedienen den Staubsauger „Little Giant”.

Zwei Dienstmädchen bedienen den Staubsauger „Little Giant”.

auf einem Plakat wirbt eine fein gekleideten Dame für den Staubsauger Vampyer

Für die Oberschicht bringt die Firma AEG den Staubsauger „Vampyr“ in den Handel. Mit dem Luxusgerät verliert das Reinigen der Wohnung seinen Standesdünkel. Der Werbe-Slogan „Ganz Dame und doch Hausfrau“ unterstreicht dies anschaulich.

ein Werbeplakat für den Staubsauger Kobold
Vorwerk & Co. KG, Wuppertal

Der Staubsauger Kobold, der mühelos auch Haare trocknen kann, kommt auf den Markt. Da das Gerät auch Staub in die Haare bläst, kann sich diese  Innovation nicht durchsetzen.

 

Eine Dame im gemusterten Kleid saugt mit dem Miele-Präsident
Miele & Cie. KG, Bielefeld

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzt sich der Staubsauger endgültig durch. Seitdem trägt er überall zur Verbesserung der Hygiene und zur Erleichterung der Hausarbeit bei.

ein vollautomatischer Saugroboter
Miele & Cie. KG, Bielefeld

Der vollautomatische Saug-Roboter findet den Weg durch die Wohnung von allein.

Der elektrische Staubsauger

Staubsauger Vampyr
AEG Vampyr S 527, AEG, Berlin, 1928

Ab 1906 wurden in manchen Häusern feste Entstaubungsanlagen installiert. In Privathaushalten, die sich keine große Anlage leisten konnten, musste man sich mit mechanischen Apparaten behelfen, die mit der Hand oder dem Fuß bewegt wurden. Anfang der 1920er Jahre kamen  elektrische Handstaubsauger auf den Markt, die sich in diesen Jahren eher die reichen Familien leisten konnten.  

"Ganz Dame und doch Hausfrau"

auf einem Plakat wirbt eine fein gekleideten Dame für den Staubsauger Vampyer
Plakat für Staubsauger Vampyer, Firma AEG, um 1925

Auch die Werbung für die elektrischen Staubsauger ist ein Spiegel der Zeit: Es waren zunächst die modernen Frauen der vermögenden Schichten, die über-zeugt werden sollten. Elektrische Geräte zu besitzen war teuer, zeigte somit die gehobene soziale Stellung an und galt damit als erstrebenswert. Im Jahr 1925 wirbt die Schauspielerin Edmonde Guy auf dem neben-stehenden Plakat mit den Slogan "Ganz Dame und doch Hausfrau" für den Staubsauger "Vampyr"der Firma AEG.

Später änderten sich die Motive. Die Plakate zeigten nun glücklich lächelnde Hausfrauen, die fast spielerisch und in eleganter Pose den elektrischen Kesselstaubsauger bedienten oder in den 1970er Jahren im Minikleid mit dem Staubsauger durch das Wohnzimmer tanzten.

Der Staubsauger Kobold

Ein Staubsauger names Kobold mit freiliegendem grünem Staubbeutel an einer Stange
Kobold, Mod. VK 116, Vorwerk & Co., Wuppertal, 1966

Als Vorwerk 1929 den Handstaubsauger Kobold erfand, war das eine technische Sensation. Das Zubehörprogramm für den kleinen Haus-haltshelfer weitete sich bald aus. Außer zur Staubentfernung wurde er zum Trocknen von Haaren und Filmstreifen, als Bohner, als Rauch-verzehrer und Parfümzerstäuber und zum Anfachen des Kaminfeuers eingesetzt. Er eignete sich zudem zum Wände kalken, Umfüllen von Kopfkissenfedern und Pferde striegeln. In den 1950er Jahren kam die Trockenhaube hinzu.  

Anfang der 1970er Jahre wurde der Tätigkeitsbereich des Kobolds jedoch eingeschränkt: Haare trocknen, Verdunsten und Zerstäuben entfielen. Doch tat dies der Popularität des Koboldes keinerlei Abbruch. Im Sommer 1970 verließ der 15 Millionste. Kobold das Wuppertaler Unternehmen. Bis Mitte 2015 war der beliebte Haushaltshelfer schon über 45 Millionen-mal über die verschiedenen Vertriebswege der Firma Vorwerk geordert worden.

Die Audiodateien zum Thema Staubsaugen hören Sie im meg.podcast

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