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Radio

Rundfunk

Wellen ohne Rauschen

Das Radio besitzt nicht nur eine lange Vorgeschichte– es ist zu einer wahren Erfolgsgeschichte geworden. Dabei war der Radioempfang am Anfang alles andere als einfach. Vor dem Hörgenuss mussten die Detektor-Empfänger auf das Genaueste eingestellt und immer wieder nachjustiert werden. Außerdem mussten Antennen aufgebaut und schließlich Kopfhörer angeschlossen werden.

Heute ist der Empfang so einfach, dass wir kaum noch über die Technik nachdenken. Auch unsere Hörgewohnheiten haben sich verändert: Früher gab es nur wenige Stunden Programm, zu dem sich die Familie vor dem Röhrengerät versammelte. Heute steht eine schier unendliche Vielzahl von Sendern und Sendungen zu Verfügung, die jederzeit und als Podcast nachgehört werden können. Von den ersten Sendungen bis heute hat sich also nicht nur die Technik, sondern auch das Angebot und die Radio- nutzung grundlegend geändert.

Eine Zeitreise durch die Geschichte des Rundfunks

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ein Versuchsähnlicher Aufbau eines Oszillators

Mit dem Oszillator von Heinrich Hertz (1857–1894) kann man elektromagnetische Wellen erzeugen, die auf der Empfängerseite Funken hervorrufen.

Eine Fotografie einer hohen Antenne mit Gittermast

Giuglielmo Marconi (1874–1937) erfindet die drahtlose Telegrafie und die geerdete Sendeantenne. Der russische Physiker Alexander S. Popow (1859–1906) konstruiert eine Antenne zum Empfangen von Radiowellen.

der Opernsänger Enrico Caruso sitzt rittlings auf einem Stuhl

Die Stimme des italienischen Tenors Enrico Caruso (1873–1921) wird drahtlos aus der Metropolitan Opera in New York übertragen.

eine Transistorröhre

Robert von Lieben (1878–1913) erfindet die erste Verstärkerröhre.

 

Musike spielen in einem Sendestudio live Musik

Aus dem Vox-Haus in Berlin kommen die ersten regelmäßigen Rundfunksendungen mit Nachrichten und Unterhaltungsmusik.

zwei Männer auf einem Motorad mit einer Rahmenantenne

Die Rahmenantenne hält Einzug in die Wohnstuben der
Weimarer Republik.

 

fünf Transistoren liegen auf einer geöffneten Hand

Die AT&T Bell Laboratories entwickeln den Transistor.

Die Firma Grundig baut das erste Kofferradio mit Batterie- und Netzbetrieb.

 

In den Vereinigten Staaten werden die ersten Sendungen in Stereo ausgestrahlt.

Telefunken stellt das Digitale Satelliten Radio (DSR) vor.

In einigen Regionen Deutschlands bricht mit Digital Audio Broadcasting (DAB) das Zeitalter des digitalen Radioempfangs an.

 

ein modernes Internetradio
DRD Digitalradio Deutschland GmbH, Straubing

Mit dem DAB+ Format wird der Umstieg auf das digitale Radiogerät forciert.

 

In dem Video erzählen wir die Geschichte des Rundfunks anhand von ausgewählten Exponaten.  

Die Anfänge des Rundfunks

„Achtung, Achtung, hier ist die Sendestelle Berlin im Voxhaus auf Welle 400 Meter. Meine Damen und Herren, wir machen Ihnen davon Mitteilung, dass am heutigen Tage der Unterhaltungsrundfunkdienst
mit Verbreitung von Musikvorführung auf drahtlos-telefonischem Wege beginnt.“

Der Sender Berlin übertrug nach dieser Ansage am 29. Oktober 1923 die erste deutsche Rundfunksendung der Berliner Rundfunkgesellschaft „Radio Stunde AG“.aus dem Berliner Vox-Haus. Die Möglichkeit, mit Hilfe eines "Rundfunkempfangsapparates" aus dem Nichts heraus Stimmen und Musik empfangen zu können, war für die damalige Zeit etwas so Sensationelles, dass jeder ein solches Gerät haben wollte. Nur wenige Menschen konnten sich jedoch vor 75 Jahren diesen Luxus leisten.

„Wir wünschen Ihnen eine Gute Nacht. Vergessen Sie bitte nicht, die Antenne zu erden!“

So lauteten die Abschlussworte der ersten Rundfunksendung. Die Mahnung war berechtigt, denn viele Hörerinnen und Hörer verwendeten damals 30 bis 50 Meter lange Hochantennen, die zwischen Häusern und Bäumen gespannt wurden und in die leicht ein Blitz einschlagen konnte.

Das Detektor-Radio

Ein Detektorapparat von Siemens & Halske aus schwarzem Metall mit Kopfhörer
Detektor, Rfe. 6a, Siemens & Halske AG, Berlin, um 1926

Detektorempfänger waren die ersten Geräte zum Radioempfang. Sie bestehen aus wenigen Bauteilen und arbeiten ohne Stromquelle. Dafür nutzen sie die Energie der vom Sender ausgestrahlten elektro-magnetischen Wellen. Grundsätzlich besteht der Aufbau aus den Eingängen für Antenne und Erde, einem oder mehreren Schwingkreisen
zur Abstimmung auf einen bestimmten Sender und einem Kopfhörer.
Eine gute Antenne ist bei jedem Detektorradio entscheidend. Die Radio-wellen setzen die Elektronen im Antennendraht in Schwingungen.
Dadurch fließen schwache Wechselströme. Sie werden im Kristall-Detektor durch die Erze Bleiglanz oder Pyrit gleichgerichtet.

Technisch versierte Bürger probierten den Rundfunkempfang über solch' ein preiswertes Detektorgerät. Das Kernstück eines Detektorapparates war dessen Detektor, ein Kristall mit Halbleitereigenschaften, welcher der Demodulation des Sendesignals diente. Die Suche nach einem Sender mit einer Drahtfeder auf dem Detektorkristall verlief oft mühselig und erforderte einiges Geschick. Zur Freude aller talentierten Radio-Bastler hob die Reichspost am 1. Januar 1925 die Stempelpflicht der Rundfunkgeräte und die Beschränkung der Wellenbereiche auf.

Der Schiebespulen-Detektor

Schiebespulendetektor mit Kopfhörern
Schiebespulendetekor, um 1925

Wesentlicher Teil des Gerätes ist die stehende Schiebspule. Man stellt zuerst den Detektor ein und bewegt dann den Spulenschieber hin und her, bis man Empfang hat. Daraufhin versucht man die Detektoreinstellung zu verbessern, indem man verschiedene Punkte des Kristalls berührt und den Kontaktdruck variiert. Hat man tadellosen Empfang, so stellt man die Spule von neuem ein, bis zur gewünschten Welle. Die endgültige Einstellung soll so scharf sein, dass jede Bewegung des Schiebers aus der Empfangsstellung die Zeichen zum Verschwinden bringt.

Das Schaltungsbuch für Radioamateure von Hans Günther aus dem Jahr 1924 gibt an, dass man mit Schiebspulendetektorapparat und guter Hochantenne bequem bis auf etwa 15 Kilometer Rundfunk empfangen konnte. Schiffsfunkverkehr sollte man nachts unter sehr günstigen Voraussetzungen bis auf 300 Kilometer hören können. Zeitzeichen des Großsenders Nauen auf Welle 3100 m sollten in ganz Deutschland mit Kristallempfängern zu hören sein.

Die Elektronenröhre

eine Radioröhre der Firma Siemens
Radioröhre der Firma Siemens

Entscheidend für den Erfolg des Radios war die Entwicklung der Elektronenröhre. Elektronenröhren dienen dazu, elektrische Signale zu steuern. Sie können schwache Signale, wie beispielsweise Funksignale, so verstärken, dass diese in einem Radio über einen Lautsprecher zu hören sind.

Die Röhren sind – wie Glühbirnen auch – luftleer oder mit einem Schutzgas gefüllt. Am Boden der Röhre ist ein Heizdraht befestigt, der zum Glühen gebracht wird. Durch die Hitze lösen sich Elektronen aus dem Heizdraht und werden von der positiv geladenen Anode oben in der Röhre angezogen.

Um den Elektronenfluss richtig zu steuern, ist eine Art Gitter in der Mitte der Röhre eingebaut. Legt man nun ebenfalls eine Spannung auf dieses Gitter, kann man den Elektronendurchfluss steuern. Röhren benötigen viel Strom und sind durch die Hitzeentwicklung nicht ganz ungefährlich. Am Anfang hatten die Röhren keine lange Lebensdauer.

Radiosendungen aus dem Röhrenradio

ein dreiteiliges Röhrenradio der Firma AEG aus dem Jahr 1924 auch D-Zug genannt
Das dreiteilige Röhrenradio der Firma AEG wurde im Volksmund auch "D-Zug" genannt, um 1924

Zerstreuung und Bildung – so definierten die Betreibergesellschaften in den 1920er Jahren ihren Programmauftrag. Politik und Informationen gab es zunächst nur in den Nachrichtensendungen, die den regionalen Rundfunkgesellschaften von der „Dradag“, der staatsnahen „Drahtlosen Dienst AG“, zugeliefert werden.

Die Programminhalte richteten sich zu festgelegten Zeiten an ein bestimmtes Publikum: Es wurden hauswirtschaftliche Vorträge, Vorträge über Kleintierzucht, Astronomie, medizinische Thesen, leichte und ernste Musik, Übertragung aus Opernhäusern, Wetterberichte, Schulfunk, Kirchenfunk und  Frühgymnastik gesendet.

Das Rundfunkgerät Ingelen "Geographic"

Bei dem Ingelen Geographics Radio wird der Sender wird mit Leuchtpunkt auf einer Landkarte angezeigt
Ingelen „Geographic“, Ingelen GmbH, Wien (AT), 1938–1939

Der eingestellte Sender des Modells „Geographic“ des Herstellers Ingelen, Elektrotechnische Fabrik Ingenieur Ludwig Neumann GmbH, Wien, leuchtet als kleiner Punkt auf der Geographie-Skala. Zu jedem Leuchtpunkt führt eine Glasfaser. Dieses Gerät kam Ende der 1930er Jahre auf den Markt und kostete 338,- RM.

Die Antenne

Rahmenantenne
Rahmenantenne, um 1928

Eine Antenne dient zum Empfangen oder Senden von elektro-magnetischen Wellen – dem Sendesignal. Das gesendete Signal besteht aus einem Nutzsignal, das auf eine Trägerfrequenz aufmoduliert, also aufgelegt, wird. Einfache Antennen bestehen aus einem mehr oder weniger langen Draht. Die Länge des Drahtes wird entsprechend der Länge der empfangenen oder gesendeten Wellen gewählt. Je höher die Frequenz ist, desto kürzer ist die Wellenlänge und der Antennendraht. Durch einen periodisch sich ändernden Strom im Draht bilden sich ein
magnetisches und ein elektrisches Feld um die Sendeantenne. Die Felder breiten sich im Raum um die Sendeantenne aus. Eine Empfangsantenne wandelt die empfangenen elektromagnetischen Wellen wieder zurück in
proportionale Wechselspannung. Anschließend werden das Nutzsignal und die Trägerfrequenz wieder voneinander getrennt.

Zur Absage jedes Sendetages gehörte noch Jahre nach der Einführung des Rundfunks der Satz: "Vergessen Sie bitte nicht, die Antenne zu erden." Mit dieser Mahnung sollte der Blitzeinschlag in Hochantennen vermieden werden. Wer draußen keine Hochantenne verlegen konnte, begnügte sich mit einer Zimmerantenne.  

Der Propagandafunk

Ein deutscher Kleinempfänger, der im Volksmund auch Goebbels Schnauze genannt wurde
Der Deutscher Kleinempfänger. DKE 38 wurde im Volksmund „Goebbelsschnauze“ genannt, Sachsenwerk AG, Dresden, 1938–1940

Reichspropagandaminister Joseph Goebbels (1897–1945) setzte das Radio von Anfang an für seine Zwecke ein. Schon im März 1933, kurz nach der Machtergreifung, begann der Propagandafunk. Viele Mitarbeiter der Rundfunkanstalten wurden entlassen oder verhaftet. Goebbels wollte mithilfe preisgünstiger Geräte, den sogenannten „Volksempfängern“, jeden Haushalt erreichen. Ob Parteitage, SA-Aufmärsche oder Ansprachen
von Hitler und Goebbels – die Partei und die NS-Ideologie bestimmten die Inhalte. Wer jetzt noch ausländische Sender hörte, galt als Rundfunk-verbrecher – während des Krieges drohte die Todesstrafe. Juden
mussten ihre Geräte abgeben. Das Radio gaukelte eine heile Welt vor und berichtete weiterhin von Erfolgen, selbst als der Krieg längst verloren war.

Der Lautsprecher

ein Lautsprecher als sparates Gerät für den Rundfunkempfang
Konuslautsprecher LK 50,L. Knudsen, Kopenhagen (DK), 1929

Der Lautsprecher verdrängte den Kopfhörer. Damit war die Isolierung des Hörers durch Kopfhörerempfang aufgehoben, wie beim Detektor-Apparat noch nötig. Das Radio war damit keine technische Versuchsanordnung mehr, sondern hatte sich als Haushaltsgerät etabliert.

Die Lautsprecher wurden anfangs separat aufgebaut. Dieser Magnetlautsprecher der dänischen Firma Lauritz Knudsen benötigte keine eigene Stromversorgung. Zu seinem Betrieb reichte die Energie des Sendesignals. Später wurden die Lautsprecher in das Radio integriert.  

"Owin, Radioapparatefabrik"

Das Radio Owin Kapitän wurde 1935 von der hannoverschen Firma Owin hergestellt
Kapitän L133GW, Owin GmbH, Hannover, um 1935–1936

Mitte der 1920er Jahre wurde Hannover auch zum Produktionsort für
die „Owin, Radioapparatefabrik“, die dessen Schwager, der Elektro-techniker Ernst Plathner (1899–1971), 1924 gründete. Am Anfang wurden einfache Detektorempfänger gebaut, aber bald kamen komfortablere Röhrengeräte dazu. Nach der Machtergreifung 1933 musste Owin, wie alle
Radiohersteller in Deutschland, den Volksempfänger bauen. An drei Standorten löteten mehrere hundert Angestellte, die meisten waren Frauen, die Radiogeräte zusammen. Schon 1936 meldete Owin wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten Konkurs an.

 

 

Das Allstromgerät Owin Kapitän konnte mit Wechsel- und Gleichspannung betrieben werden. Es verfügt über eine Kinoskala sowie über einen elektro-dynamischen Lautsprecher. Es wurde von 1935 und 1936 hergestellt und kostete 245,- RM.

Die Eroberung des Wohnzimmers

das Lorenz Heimstudio beinhaltet ein Röhrenradio und ein Magnetband-Aufnahme- und Abspielgerät
Lorenz Heimstudio, Lorenz u. Schaub, Pforzheim, 1951–1952

Bereits fünf Tage nach Kriegsende konnten die Deutschen wieder Radio hören. Die sowjetische Militärregierung gründete den „Berliner Rundfunk“. Die Amerikaner gingen ein Jahr später mit dem RIAS, dem „Rundfunk im Amerikanischen Sektor“, auf Sendung.

Schnell wurde das Radio in den 1950er Jahren zum Alltagsmedium. Neue komfortable Geräte gehörten in fast allen Wohnzimmern zur Standard-ausstattung. Es begann die glamouröse Zeit der Radiounterhaltung –
mit Quizsendungen und großen Unterhaltungsshows, Hörspielkrimis für Klein und Groß, Schlagersendungen und natürlich mit Fußball-übertragungen. Große Namen wie Peter Frankenfeld (1913–1979), Hans Otto Grünefeldt (1915–1991) und Hans Joachim Kulenkampff (1921–1998) lockten die Hörer. Einige Sendungen wurden zu regelrechten Straßen-fegern – in Ost und West.

Anfang der 1950er kam das Lorenz-Heimstudio in den Handel. Das Gerät für Magnetdrahttonaufnahme kostete 1.750,- DM. Es bringt 34 kg auf die Waage und verfügt neben einem Radio über einen Plattenspieler sowie über ein Magnetdrahtton-Aufnahmegerät.  

 

Der Transistor

Das Transistorradio der Firma Schaub-Lorenz sieht aus wie ein klassisches Kofferradio
Transistorradio T30, Firma Schaub-Lorenz, 1962-1963

Transistoren regeln wie Elektronenröhren den Stromfluss in elektrischen Schaltungen. Allerdings sind Transistoren viel kleiner, was den Bau kleinerer Radiogeräte ermöglichte. Sie halten zudem wesentlich länger und verbrauchen deutlich weniger Strom. Wegen dieser Vorteile  erdrängten sie ab den 1960er Jahren die großen Röhrengeräte. Heute gibt es kaum ein elektrisches Gerät, in dem keine Transistoren verbaut sind.
In einem einzigen Computerchip befinden sind allein über eine Milliarde Transistorschaltungen.

Ein Kofferradio names Party boy
Partyboy, Firma Grundig, 1958

Ein Transistor (Kurzwort für „Transfer Resistor“ – Übertragungswiderstand)
ist ein regelbarer Widerstand. Mit einem Transistor kann man Strom zwischen zwei Anschlüssen regulieren und ein- und ausschalten. Dies
passiert durch eine Sperrschicht zwischen den beiden Anschlüssen. Legt man an diese Zwischenschicht eine elektrische Spannung an, kann man den Elektronenfluss steuern. Die Funktionsweise des Transistors beruht auf Halbleiterelementen, die hintereinander in verschiedenen
Schichten verbaut werden.

Die Firma "Telefunken"

ein schwarzes Radio der hannoverschen Firma Telefunken mit digitaler Uhr
Telefunken digitale 101, Firma Telefunken, 1970-1974

Im Jahr 1946 machte Telefunken Hannover zum Standort für die Radio-produktion. Auf dem Gelände am Ricklinger Kreisel fertigten tausende Angestellte Radios und TV-Geräte. Telefunken richtete in Hannover auch eine Forschungsabteilung ein. Hier wurde das erste UKW-Kofferradio und
der Standard PAL für Farbfernseher entwickelt. Dann folgte 1967 die Fusion mit der AEG und der langsame Niedergang begann. Das Unter-nehmen verschlief den Strukturwandel in der Unterhaltungselektronik. Der Konzern wurde schließlich zerschlagen und aufgeteilt. 2016 stellte auch der Nachfolge-Konzern Thomson seine Produktion in Hannover ein. Damit endete ein Kapitel bundesdeutscher Unternehmensgeschichte.

Das Radioprogramm der 1950er und 1960er Jahre

ein kleines handliches Radio mit ausziehbarer Antenne
Das handliche Radio Mini Partner der hannoverschen Firma Telefunken wurde in den 1970er Jahren hergestellt.

In den 1950er Jahrenstanden schließlich leichte Unterhaltung und harmlose Schlager hoch im Kurs, nur einige provokante Hörspiele
störten die Harmonie im Wirtschaftswunderland. Mitte der 1960er
Jahre ging die Hochzeit des Rundfunks langsam zu Ende. Fernsehgeräte wurden günstiger und machten dem Radio Konkurrenz.

Es dauerte, bis die Radiomacher sich darauf einstellten. Mit einer Auffächerung auf unterschiedliche Programme in jedem Bundesland versuchte der Rundfunk nun auch Hörergruppen zu erreichen, die vorher keine Berücksichtigung fanden. Fremdsprachige Programmfenster sollten die sogenannten „Gastarbeiter“ erreichen. Neue Formate wie Magazin-sendungen, aber auch Beatmusik und unkonventionelle Moderationen richteten sich an kritische und jugendliche Hörer. Aber auch das  Hörer-verhalten änderte sich: Bis Ende der 1960er Jahre schalteten die Hörer das Radio ganz gezielt für eine bestimmte Sendung ein, um Schlager, Hör-spiele oder Nachrichten zu hören. Jeder Hörer hatte eine bestimmte Lieblingszeit, aber keinen Lieblingssender.

Das Radioprogramm der 1970er Jahre

ein orangfarbenes würfelförmiges Radio im Design der 1970er Jahre
In den 1970er Jahre begeisterte das Siemens Alpha 2, RK501, mit seinem futuristischem Design

Ab den 1970er Jahren sollte das Radio „seine“ Hörer durch den ganzen Tag begleiten. Die Menschen sollten nicht warten, bis „ihre“ Sendung im Radio kam. Die Folge waren mehr Abwechslung, mehr Nachrichten, schnellere Berichterstattung und viel Musik. Anfang der 1990er Jahre erreichte der Trend zu Privatprogrammen auch die Radiosender. Es entstanden fast 200 neue Sender. Viele ähneln sich – mit immer gleichen Musikhits und belanglosen Wortbeiträgen. Aus der gewünschten Abwechselung wurde ein akustischer Einheitsbrei. Mit dem Internetradio und Radio on Demand besteht nun wieder die Chance auf mehr Diversifikation und die Rückbesinnung auf die Stärken des Rundfunks: Und zwar mit einem anspruchsvollen Programm, Bilder in den Köpfen der Hörer zu erzeugen.

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