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Rotlichtlampe

Hygiene und Schönheit

Aus heutiger Sicht oft belächelt, versprechen Werbeslogans für elektrische Apparate seit rund 120 Jahren Gesunderhaltung und Schönheit. Ein Beispiel dafür ist ein Gedicht der Quarzlampengesellschaft Hanau mbH:

"Wenn du dein Kind von Herzen liebst, so lass zur Pflicht dir werden, dass du ihm die Gesundheit gibst, als größten Schatz auf Erden. Lass durch der Höhensonne Strahl vor Krankheit es bewahren, der Dienst verzinst sich tausendmal in späteren Lebensjahren. Die Höhensonne jedem Kind! Wenn das doch Wahrheit würde! Frei wär die Menschheit dann geschwind von mancher schweren Bürde."

In dem Video erzählen wir die Energiegeschichte über die Heimsauna.

Die Heimsauna

Die Heimsauna war in den 1950er Jahren sehr populär. Mit heilsamer Wärme sollte sie einer Vielzahl von Krankheiten wie zum Beispiel Rheuma, Ischias, Diabetes, Kreislaufleiden, Erkältungskrankheiten und Fettleibigkeit vorbeugen und zu einer besseren Gesundheit verhelfen.

Die Heimsauna besteht aus einer faltbaren Schwitzkabine, in die ein Heizstuhl mit Infrarotstrahler eingebaut wird. Die Kabinenwand ist speziell beschichtet, sodass sie die Infrarotstrahlen zurückwirft und gleichmäßig über die ganze Kabine verteilt. Abschließend wird sie mit einer Halskrause geschlossen, sodass der Kopf außerhalb bleibt. Der positive medizinische Effekt entsteht, weil schädliche Stoffwechselprodukte mit dem Schweiß über das Hautorgan ausgeschieden werden.

Auch spielte der kosmetische Aspekt eine Rolle, wie der Auszug aus dem Begleitheft verrät: „Für den Mann und noch mehr für die Frau ist wichtig, dass durch die verbesserte Hautdurchblutung Falten und Runzeln am Entstehen gehindert bzw. später eventuell zum Verschwinden gebracht werden können.“

In dem Video stellen wir das Multifunktionsgerät "Minfra Super" vor: Eine Höhensonne, mit dem man auch Koteletts zubereiten kann.  

Die Höhensonne

eine Bestrahlungslampe der Firma Ulvir
Ulvir-Sonne, Ulvir-Apparatebau, Berlin, um 1938

Anfang der 1950er Jahre leuchteten in nahezu jedem deutschen Nachkriegshaushalt UV-Lampen: Ob Hand-, Tisch- oder Standstrahler, Gleichstrom-, Wechselstrom- oder Alpina-Brenner – alles strahlte in den Diensten der Gesundheit.

Die Höhensonnen dienten dazu, die Haut zu bräunen, Akne zu behandeln und die Vitamin-D-Produktion anzuregen. Damals galt die Ulvir-Sonne, der Firma Ulvir-Apparatebau Berlin sogar als Kraftquelle. Der Hersteller versprach Verjüngung, Verschönerung und Kräftigung.

Der Haartrockner

ein Haartrockner mit Metallgehäuse und Holzgriff
1899 meldete die Firma „Sanitas“ ein Patent auf einen Haartrockner namens „Foen®“ an.

Die Urform des Föns wurde bereits 1899 von der Allgemeinen Electricitäts-Gesellschaft, der AEG, mit einem stolzen Gewicht von zwei Kilogramm auf den Markt gebracht. Dieser Fön blies aus einer Art Düsenrohr 90 Grad heiße Luft. Der Motor zum Antrieb des Ventilators war im Griff untergebracht.

Das Gerät war nicht ausschließlich zur Pflege der Frisur gedacht. Um 1910 kam die erste annähernd tragbare Heißluftdusche in den Handel: 1,8 Kilogramm Gewicht und 300 Watt Leistung brachten plötzlich ungeahnte Anwendungsmöglichkeiten mit sich. Ob Rheumatismus, kalte Bade- und Bettwäsche, schlappe Federboas, nasse Hunde oder blasse Haut – mit der elektrischen Heiss- und Kalt-Luftdusche konnte alles behandelt werden.   

Eine elektrische Dauerwelle? Wie das gemacht wurde, sehen Sie in dem Video.

Das Dauerwellengerät

Dauerwellengerät
Dauerwellenapparat Wella-Junior, Modell 8, F.Ströher AG, Rothenkirchen, um 1936

Die Franz Ströher AG aus dem Vogtland brachte unter dem Namen „Wella Junior“ im Jahr 1927 das erste elektrische Dauerwellgerät in die Frisierstuben und -salons.

In den 1930er Jahren gehörten die Dauerwell-Apparate mit den langen Strippen zur Standardausstattung der Salons. Jede Frau, die etwas auf sich hielt und es sich leisten konnte, trug jetzt Dauerwelle, denn es hieß. „Mädchen mach' dir Locken, sonst bleibst'e hocken.“

 

 

Der Rasierapparat

Als King Camp Gilette 1895 die Rasierklinge samt Sicherheitsrasierapparat erfand, war der Kundenkreis schnell gefunden. Allein von 1904 bis 1910 erhöhte sich die Zahl der von Gilette produzierten Rasierklingen von 120.000 auf knapp 53 Millionen pro Jahr.

Wachstum hier, Niedergang dort: Den Rasiermesserfabrikanten in Solingen bescherte Gilettes Klinge massive Umsatzeinbußen. Der Mann rasierte sich künftig lieber selbst. Die Friseure mussten umdenken, neue Tätigkeitsfelder kreieren. In den Salons nahmen nun öfter Damen Platz.

Der Amerikaner Jakob Schick erfand 1910 den elektrisch betriebenen Trockenrasierer. Erst 1929 konnte Schick seine Erfindung für die Massen produzieren. Ende der 1930er Jahre brachte er es bereits in den USA zu einem Jahresverkauf von mehr als einer Million Geräte. Ähnlich sprunghaft, aber zeitlich verzögert, verbreitete sich die Mode des Trockenrasierens in Deutschland in den 1950er Jahren.