Ansprechpartner

Haben Sie eine Frage an uns? Dann füllen Sie einfach das Formular aus oder wenden Sie sich an unsere Ansprechpartner.

Stopfpiz oder Toaster

Haushaltshelfer

ein Plakat der Firma Siemens von 1939 zeigt ein Vielzahl an elektrischen Kleingeräten
Plakat, Werbung für Kleingeräte der Firma Siemens, Siemens Corporate Archives, 1939

Die Elektrifizierung beeinflusste umfassend alle Lebensbereiche der Menschen und zwar mit weit reichender sozialer, technischer, ökonomischer und politischer Bedeutung. Am Thema Haushalt wird die sozialgeschichtliche Bedeutung der Elektrifizierung deutlich. Zahlreiche Erfindungen und damalige Innovationen zeigen den Wandel des Hygienebedürfnisses der Menschen auf.

Nach und nach sollten zahlreiche elektrische Haushaltsgeräte den Komfort steigern und der Hausfrau die Arbeit erleichtern: Kühlschrank, Mixer, Kaffemaschine, Wasserkocher, Toaster, Tauchsieder und so manche - aus heutiger Sicht - kuriose Haushaltshelfer kamen auf den Markt.

Der Kühlschrank

Ein stark isolierter Holzschrank mit einem Fach für Eisblöcke
Eisschrank, D.R. Patent, Zeppernick & Hartz, Berlin, um 1900

Im Jahr 1876 gelang Carl von Linde (1842–1934) der Durchbruch im Feld der Kältemaschinen. Nun konnte das Eis in großen Mengen fabrikmäßig hergestellt werden, welches zuvor noch aus im Winter zugefrorenen Seen und Flüssen gewonnen wurde.

Im Jahr 1926 präsentierte die schwedische Firma Elektrolux eine neue Generation von Gaskühlschränken. Diese war sparsam im Betrieb und besonders geräuscharm. Elektrisch und gasbetriebene Kühlschränke galten in diesen Jahren noch als Luxus.

In den 1950er Jahren wurden elektrische Kühlschränke auch für die Mittelschicht erschwinglich und verdrängten die Eisschränke endgültig aus den Küchen.

In dem Video lässt sich diese Geschichte des Kühlens nachvollziehen.

Die Kaffeemaschine

eine silberne Kaffemaschine, ein Perkolator mit seitlichen schwarzen Griffen
Perkolator Omega, ABC, Kirchheim unter Teck, um 1935

Anfang des 20. Jahrhunderts wurden in wohlhabenden Haushalten bereits Kipp-Dampfdruckmaschinen verwendet. Ab 1880 für den Betrieb mit Spiritus, ab 1910 in der elektrischen Ausführung zu kaufen. Bei diesen Geräten wurde das Wasser in einem Wassertank erwärmt. Durch den Dampfdruck gelangt ees zum Filter, der sich absenkte und den Stromkreis unterbrach.

Bei dem Perkolator auf dem Foto wurde das Wasser erhitzt und stie durch ein Metallröhrchen nach oben. Anschließend sickerte es über den Kaffeefilter wieder zu Boden.

Auch die Porzellanindustrie erkannte in den 1950er Jahren die Vorteile der Elektrizität und brachte elektrische Kaffeemaschinen aus Porzellan, Aromator genannt, in den Fachhandel.

Italienisches Lebensgefühl und manchmal auch futuristisches Design hielten mit den Espressomaschinen der 1950er Jahren Einzug in die bundesdeutschen Haushalte.

In dem Video sehen Sie ausgewählte Kaffeemaschinen des meg.

Der Toaster

ein Toaster mit Wendevorrichtung für vier Scheiben Toast
Saluta, Nr. 584 N, Hilzinger GmbH & Co., Stuttgart, 1935

Elektrische Brotröster gibt es seit Beginn des 20. Jahrhunderts. Der erste Toaster wurde im Jahr 1906 patentiert. Die zunehmende Elektrifizierung der Haushalte führte dazu, dass Toaster ständig technisch weiter-entwickelt wurden.

Die Hersteller boten eine breite Produktpalette an: Da gab es den Klapptoaster mit der Turner- oder Floppertechnik. Dabei wurden beim Öffnen der Seitenklappen die Brotscheiben elegant gewendet. Mit Karusselltoastern, wie auf dem Foto zu sehen, war es möglich, vier Brotscheiben gleichzeitig zu rösten.

In den 1940er Jahren wurde der noch heute gebräuchliche „Pop-up-Toaster“ entwickelt. Der Werbeslogen lautete: „Mehr Gesundheit durch bekömmlicheres Brot“, damals als „Zwieback“ bekannt. Der Toaster war nun kein Statussymbol mehr für Wohlstand und Luxus.

In dem Video zeigen wir praktische Haushaltshelfer wie einen Wecker, der auch Tee kochen kann, elektrische Schuhwärmer und Bierwärmer, sowie die wahren Alleskönner "Gunda" und "Mixi" - und noch vieles mehr.  

Der beleuchtete Stopfpilz

ein von innen beleuchteter Stopfpilz
Stopflicht, AEG, Berlin, 1938

Der spätere Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer (1876–1967) entwickelte im Jahr 1928 einen Stopfpilz mit elektrischer Innenbeleuchtung. Das Patentamt hatte darauf jedoch keinen Patentschutz gewährt, da eine ähnliche Erfindung bereits im Jahre 1920 in der Schweiz patentiert worden war.

Adenauers Stopflicht hatte unterdessen bei der Allgemeinen Elektricitäts-gesellschaft (AEG) Karriere gemacht. In einem Werbeprospekt aus dem Jahr 1940 heißt es dazu:

„Das leider immer wieder notwendige Strümpfestopfen für die großen und kleinen Kinder ist für die Hausfrau, gerade in der heutigen Zeit, die leider nicht zu umgehende abendliche Zugabe nach allen Mühen und Sorgen des Tages. Mag die Allgemeinbeleuchtung noch so gut sein, immer war es bisher besonders anstrengend, nicht nur schwarze Socken, sondern auch die hauchdünnen hellen Damenstrümpfe zu stopfen. Hier hilft in geradezu verblüffender Weise der neue AEG-Helfer. Bei aller-geringstem Stromverbrauch durchleuchtet er von innen den Strumpf und erleichtert so das wenig begehrte Strümpfestopfen erheblich.“

Elektrische Rauchverzehrer

Nierentisch, Häkeldeckchen, das Radio mit Sprungtasten und die Stehlampe mit Tütenschirm waren ein Muss im Wohnzimmer der 1950er Jahre. Und noch etwas gehörte dazu wie der Gartenzwerg zum Blumenbeet: Der Rauchverzehrer. Ver-ehrt als Kultobjekt kann er vielleicht manches, nur nicht das, was sein Name verspricht – den Rauch verzehren.

Im Inneren seines Porzellankörpers befindet sich nichts weiter als eine Glühlampe. Schaltet man den Rauchverzehrer ein, so erzeugt die Lampe neben Licht natürlich auch Wärme. Die warme Luft steigt nach oben. Wenn nun ein Raucher dagegen pustet, wird der Zigarettenrauch zur Zimmerdecke mitgenommen: Aus den Augen, aus dem Sinn. Doch leider fällt der erkaltete Rauch nach einiger Zeit wieder auf andere Stellen im Zimmer herab. Vielleicht die einzige Möglichkeit doch noch gegen den Qualm „anzustinken“ bietet eine kleine Rille im Porzellan, in die man etwas Parfüm träufeln kann.

Trotz ihrer zweifelhaften Wirksamkeit durften die Rauchverzehrer in keiner „Guten Stube“ fehlen. Man kann diese bunten Gebilde als Kitsch abtun. Betrachtet man sie allerdings als Ausdruck des damaligen Zeitempfindens – Krieg und Zerstörung lagen noch nicht lange zurück – wird schnell deutlich, dass sie vor allem den Wunsch nach Wärme und Harmonie verkörperten.

Obwohl es die unterschiedlichsten Formen gab, setzten sich meist die Klassiker Katze, Hund und Eule im Wettstreit um den Platz an der Wohnzimmercouch durch. Aber auch der imposante und sehr beliebte „röhrende Hirsch“ galt als Highlight für jedes Wohnzimmerbuffet. Übrigens standen die Rauchverzehrer nicht selten auf einem Fernsehgerät, denn wo das Fernsehgerät stand, war auch der elektrische Strom nicht weit.

In dem Video sehen Sie eine Vielzahl von elektrischen Rauchverzehrern und hören die Energiegeschichte dazu.

Das könnte Sie auch interessieren: