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Bügeleisen

Bügeln

Bügeln ohne Unterbrechung

Die einfachste Methode, ein Bügeleisen aufzuheizen, war, es auf den heißen Herd zu stellen. Meist benutzte man dazu ein Bügeleisen mit Wechselgriff. Sobald das gebrauchte Eisen erkaltet war, holte man sich von der Herdplatte ein zweites heißes Eisen. Parallel dazu gab es mit eigener Befeuerung, etwa mit Holzkohle oder Glut aus dem Herd.

Ende des 19. Jahrhunderts setzte sich das gasbetriebene Bügeleisen durch. Es war nicht nur wesentlich sauberer als seine Vorgänger, sondern zugleich war die Temperatur über ein kleines Rädchen regulierbar. Auch hier hatte man bei einigen Modellen „immer ein zweites Eisen im Feuer“: Während ein Bügeleisen in Betrieb war, wartete ein zweites in einer wippbaren Halterung auf seinen Einsatz. Die Wippe für die beiden Geräte wurde mit Stadtgas beheizt.

Eine Zeitreise durch die Geschichte des Bügelns

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das chinesische Bügeleisen sieht aus wie eine Pfanne

In China werden mit glühender Kohle gefüllte und mit Sand
abgedeckte Pfannen zum Bügeln seidener Gewänder benutzt.

Dei Zeichnung zeigt viele Frauen beim Bügeln

Plätteisen werden vor dem Bügeln auf dem Ofen aufgeheizt. Vor dem Bügeln wird die Wäsche mit so genannten Gniddelsteinen so lange gedrückt und gerieben, bis sie glatt liegt.

 

ein Gusseisenes Bügeleisen, in das heiße Kohle gefüllt wird

Als Weiterentwicklung der chinesischen Bügelpfannen und der Plätteisen kommen Kohleneisen zum Einsatz. Sie werden mit glühenden Holzkohlen befüllt. Der Rauch entweicht durch Öffnungen.

ein Hohlbügeleisen, in den ein Eisenbolzen geschoben wird

Im Bolzeneisen ersetzt ein austauschbarer Gusseisenkern die Kohle.

In den USA werden erste Versuche gemacht, Bügeleisen mit Brennspiritus aufzuheizen.

auf einer Zeichnung bügelt eine Frau eine Schürze auf einem Bügelbrett

Die Amerikanerin Mary Florence Potts (1851–1932) erfindet einen ausklinkbaren Holzgriff, der von einem Plätteisen auf das andere umgesteckt werden kann.

ein gasbetriebenes Bügeleisen auf einem Metallständer

Mit Gas beheizte Bügeleisen kommen auf den Markt.

Ein Plakat des Elektrizitätswerks Bern mit dem Slogan Bügle elektrisch

Die Firma AEG nimmt ihr erstes elektrisches Bügeleisen in die Verkaufsliste auf.

ein elektrisches Bügeleisen mit Temperaturregler und Holzgriff

Die ersten regulierbaren Bügeleisen, auch „Hochleistungsbügeleisen“ genannt, werden entwickelt.

das erste elektrische Dampfbügeleisen
JURA Elektroapparate AG, Niederbuchsiten (Schweiz)

Die Schweizer Firma Jura führt das elektrische Dampfbügeleisen in Europa 

In dem Video erzählen wir die Geschichte des Bügelns anhand von ausgewählten Exponaten.

Das elektrische Bügeleisen

ein Bügeleisen mit weißer Porzellanhaube mit einem Bügelstromzähler
Elektrisches Eisen Porzellanhaube, unbekannter Hersteller, um 1930 und Bügelstromzähler, unbekannter Hersteller, um 1928

Das Bügeleisen war eines der ersten elektrischen Geräte, die sich im deutschen Haushalt etablierten. Doch das elektrische Gerät stand anfangs noch in direkter Konkurrenz zu den damals gebräuchlichen Bügeleisen. Diese wurden entweder direkt auf dem Herd erhitzt oder mit Kohle aus dem Ofen erwärmt. Es gab auch Hohlbügeleisen, die man mit glühenden Eisenbolzen erhitzte oder Eisen, die mit Gas befeuert wurden.

Um den Stromabsatz zu fördern und einen finanziellen Anreiz zum Kauf eines elektrischen Geräts zu schaffen, wurde ab 1920 von den Energie-versorgungsunternehmen der Plättzähler eingeführt. Dies war ein eigen-ständiges Gerät, das hinter dem Hauptzähler angeschlossen wurde. Der Strom, der beim Bügeln gebraucht wurde, wurde als Plättstrom günstiger berechnet. Der Plättzähler lief erst bei einer Strom-abgabe von 250 Watt an. Er registrierte den Verbrauch des Bügeleisens, des Wasserkessels und der elektrischen Pfannen, nicht jedoch den der Glühlampen.

Das Bügeleisen mit Regler

ein elektrisches Bügeleisen mit Temperaturregler und rotem Holzgriff
Elektrisches Bügeleisen, Hellux AG, Hannover, um 1935

Doch die Vorteile des elektrischen Bügeleisens waren ausschlaggebend für eine Verkaufssteigerung: Es blieb gleichmäßig heiß, war einfacher und sauberer zu bedienen und der Ofen musste nicht erst angefeuert werden.

Ab 1925 kamen Bügeleisen mit Regler auf den Markt. Dadurch wurde eine Überhitzung im Leerlauf vermieden und eine höhere Leistung möglich. Diese Hochleistungsbügeleisen und die sinkenden Strompreise machten elektrische Bügeleisen bald unschlagbar populär.

Der Bügelfix

der Bügelfix ist ein silberner Knauf, der mit einer Schraubzwinge an einem Tisch befestigt wird
Bügelfix, Dr. C. W. Göckel, Walchstadt, um 1955

Der Bügelfix ist ein kleiner Bügelhelfer mit einer runden, beheizbaren Metallplatte, den man sehr praktisch mit einer Schraubzwinge an einem Tisch befestigen kann. Die Gebrauchsanweisung für das Gerät verspricht. Der „Original-Bügelfix ist der Helfer der Frau und des Junggesellen“.

„Er kann alles, was das Bügeleisen nicht kann“.

„Müheloses Bügeln von Ärmeln, Jacketts, Hüten, Schulterpartien, Knopfleisten und Rüschen“

„Perfekt geeignet für Falten in Herrenhosen und Damenröcken“

Was wir heutzutage als kurios erachten, ist ein Spiegel der Gesellschaft in den 1950er Jahren, in denen man den Bügelfix zu einem Preis von 13,50 DM erwerben konnte.

Die Audiodateien zum Thema Bügeln hören Sie im meg.podcast

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