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Quecksilberdampf-Gleichrichter

Ein Quecksilberdampf-Gleichrichter ist ein Leistungs-Gleichrichter für elektrischen Strom, der Wechselstrom in Gleichstrom umwandelt. Anfang des 20. Jahrhunderts bezog die Zugspitzbahn die für den Antrieb notwendige Gleichspannung aus dem hier ausgestellten Quecksilberdampf-Gleichrichter. Er war in der Gleichrichter-Station Eibsee eingesetzt, wo er Drehstrom mit einer Spannung von 8.500 Volt in Gleichstrom mit einer Spannung von 1.650 Volt umwandelte. Mehrarmige Quecksilberdampf-Gleichrichter aus Glas waren etwa von 1905 bis 1930 in Gebrauch, aus Stahl wurden sie bis ca. 1960 für die Erzeugung von Gleichstrom verwendet.


Aufbau und Funktionsweise

Ein Quecksilberdampf-Gleichrichter besteht aus einem luftleeren Glaskolben, in dem sich im unteren Bereich der Quecksilbersee als Kathode befindet. Knapp über dem Quecksilbersee sind Heizelektroden angebracht, die zu Beginn als „Anlasser“ die nötige Hitze erzeugen. Seitlich am Kolben sind sechs abgewinkelte Arme, in denen sich die Anoden aus Graphit befinden. Der Wechselstrom wird unterhalb des Quecksilbersees in die Kathoden eingeleitet und nach dem Umwandlungsprozess an den Anoden als Gleichstrom abgenommen. Dieser Umwandlungsprozess basiert auf dem chemischen Vorgang der Entladung: Durch die stetige Entladung im Innern des Glaskolbens entwickelt sich Wärme, wodurch das Quecksilber verdampft. Das verdampfte Quecksilber beschlägt am Glaskolben, kondensiert und fließt in den See zurück – es bildet sich eine Quecksilberatmosphäre. An der Kathode entsteht ein Elektronendruck und diese überschüssigen Elektronen wandern in der Quecksilberatmosphäre als negativ geladene Teilchen zu den Graphit-Anoden.