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Rotlichtlampe

Medizin, Hygiene und Schönheit

In dem Themenbereich "Medizin, Hygiene und Schönheit" lassen sich viele kurios anmutende Apparaturen entdecken, die geeignet sein sollten eine Vielzahl von Krankheiten zu heilen. Die elektrischen Behandlungen dienten zum Stärken der Abwehrkräfte und trugen angeblich zum allgemeinen Wohlbefinden bei.   

Hochfrequenzstrahlapparat in einem aufgeschlagenen Transportkoffer
Hochfrequenzstrahlapparat

Die Entwicklung der Hochfrequenz-Bestrahlung gründet sich auf erste Forschungen des kroatisch-amerikanischen Ingenieurs Nikola Tesla (1856–1943) im Jahre 1890. Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten deutsche Techniker und Wissenschaftler den Hochfrequenz-Bestrahlungsapparat.

Die heilende Elektrizität wurde in Form von Wechselstrom mit hoher Schwingungszahl erzeugt und über die Elektroden dem Körper zugeführt. Der Hochfrequenz-Bestrahlungsapparat sollte zur Behandlung einer Vielzahl von Krankheiten dienen, wie beispielsweise bei Hautleiden, Nervosität, Knochenbruch, Verstopfung, Würmern und Schlaflosigkeit.  

Ein Bohraufsatz eines mechanischen Tretzahnbohrers
Zahnarztbohrer

Mit der Erfindung des Tretbohrers im Jahr 1871 war es möglich, die Zähne mit Bohrwerkzeugen zu behandeln. Die Geräte erreichten recht schmerzhafte 2.000 U/min.

Glücklicherweise wurden solche medizinischen Geräte längst von wesentlich humaneren Instrumenten abgelöst! Mittlerweile haben Zahnbohrer 400.000 Umdrehungen in der Minute und bestehen aus Hartmetall und Diamant. Ab einer Umdrehungszahl von 175.000 Umdrehungen in der Minute sind die Vibrationen des Bohrers so schnell, dass sie keinen Bohrschmerz mehr hervorrufen.

ein Haartrockner mit Metallgehäuse und Holzgriff
Haartrockner

Inspiriert von den warmen Fallwinden in den Alpen meldete die Firma „Sanitas“ 1899 ein Patent auf einen Haartrockner an, der den Namen „Foen®“ erhielt.

Um 1910 kam eine tragbare Heißluftdusche in den Handel. 1,8 Kilogramm Gewicht und 300 Watt Leistung brachten plötzlich ungeahnte Anwendungsmöglichkeiten mit sich. Ob zum Behandeln von Rheumatismus, dem Anwärmen von Bade- und Bettwäsche, zum Trocknen von Federboas, zur Tierpflege - und natürlich auch zum Haaretrocknen.  

 

 

 

Elektrisierapparat
Elektrisierapparat

„Elektrisieren ist gesund!“ – Anfang des 20. Jahrhunderts galt elektrischer Strom als das Allheilmittel gegen Kopfschmerz, Neuralgie, Rheumatismus und Nervosität. Auch zur Vorbeugung gegen Krankheiten wurde regelmäßiges Elektrisieren empfohlen.

„Nach Einwurf eines 10Pfg.-Stückes linke Hand am Knopf, rechte Hand langsam Kurbel drehen“ – So lauteten die Bedienungshinweise zum Betrieb des Gerätes. Auf zahlreichen Bahnstationen konnten sich die Reisenden früher elektrisieren lassen und auf diese Weise Kraft und neue Energie für die Weiterreise tanken.

Röntgengerät
Röntgengerät

1895 entdeckte Wilhelm Conrad Röntgen (1845-1923) "eine neue Art von Strahlen". Das erste Demonstrationsobjekt für die X-Strahlen, wie er sie nannte, war die Hand seiner Gattin.

Nebenstehende Röntgenkugel von der Firma Siemens-Reiniger-Werke AG, Erlangen, stammt aus den 1930er Jahren. Das Gerät erzeugte eine Röntgenspannung von 60.000 Volt bei 10 Milliampere Stromstärke.

Dauerwellengerät
Dauerwellengerät

Die Franz Ströher AG aus dem Vogtland brachte unter dem Namen „Wella Junior“ im Jahr 1927 das erste elektrische Dauerwellgerät in die Frisierstuben und -salons.

In den 1930er Jahren gehörten die Dauerwell-Apparate mit den langen Strippen zur Standardausstattung der Salons. Jede Frau, die etwas auf sich hielt und es sich leisten konnte, trug jetzt Dauerwelle, denn es hieß. „Mädchen mach' dir Locken, sonst bleibst'e hocken.“

 

 

Heimsauna

Die Heimsauna war in den 1950er Jahren sehr populär. Mit heilsamer Wärme sollte sie einer Vielzahl von Krankheiten wie zum Beispiel Rheuma, Ischias, Diabetes, Kreislaufleiden, Erkältungskrankheiten und Fettleibigkeit vorbeugen und zu einer besseren Gesundheit verhelfen.

Die Heimsauna besteht aus einer faltbaren Schwitzkabine, in die ein Heizstuhl mit Infrarotstrahler eingebaut wird. Die Kabinenwand ist speziell beschichtet, sodass sie die Infrarotstrahlen zurückwirft und gleichmäßig über die ganze Kabine verteilt. Abschließend wird sie mit einer Halskrause geschlossen, sodass der Kopf außerhalb bleibt. Der positive medizinische Effekt entsteht, weil schädliche Stoffwechselprodukte mit dem Schweiß über das Hautorgan ausgeschieden werden.

Auch spielte der kosmetische Aspekt eine Rolle, wie der Auszug aus dem Begleitheft verrät: „Für den Mann und noch mehr für die Frau ist wichtig, dass durch die verbesserte Hautdurchblutung Falten und Runzeln am Entstehen gehindert bzw. später eventuell zum Verschwinden gebracht werden können.“

Herzschrittmacher

Der Schwede Arne Larsson (1915–2001) war der erste Patient, der sich Ende der 1950er Jahre einen Herzschrittmacher implantieren ließ. Er entschied sich wegen der hohen Infektionsgefahr gegen einen externen Herzschrittmacher. Denn die zum Herzen führenden Kabel entzündeten sich häufig bakteriell.

Seine Wahl fiel auf einen Herzschrittmacher, den der Ingenieur Dr. Rune Elmquist (1906–1996) entwickelt hatte. Der Impulsgenerator wurde unterhalb des Brustkorbes implantiert. Die Impulse hatten eine Spannung von zwei Volt und eine Dauer von 1,5 Millisekunden mit einer konstanten Frequenz von 70 bis 80 Impulsen pro Minute. Als Stromquelle dienten Nickel-Cadmium-Akkumulatoren. Das hatte zur Folge, dass der Herzschrittmacher nachgeladen werden musste. In einer Nacht konnte man ihn für vier Wochen aufladen.

Am 8. Oktober 1958 implantierte der schwedische Chirurg Åke Senning (1915–2000) den Herzschrittmacher seinem Patienten Arne Larsson. Der eingetretene Erfolg war nur von kurzer Dauer. Später wurde ihm ein verbessertes Gerät implantiert. Der Patient wurde nur noch durch die Beule am Bauch an den Herzschrittmacher erinnert. Arne Larsson ist 86 Jahre alt geworden. In 43 Jahren wurden ihm 26 Herzschrittmacher eingesetzt.