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Fernschreiber

Bürokommunikation

Die Bürokommunikation

 

eine Mignon-Schreibmaschine mit einem Zeiger über einem Buchstabenfeld
Mignon Modell 4, AEG, um 1930
Die Schreibmaschine

Bücher konnten zwar um 1445 bereits gedruckt werden, der gesamte geschäftliche und private Schriftverkehr musste aber noch lange Zeit von Hand geschrieben werden. Einen entscheidenden Beitrag zur Vereinfachung der Schreibarbeit leistete die von James Watt (1736-1819) im Jahr 1780 erfundene Kopierpresse. Viele Erfinder stellten im 19. Jahrhundert unterschiedlich konstruierte Schreibmaschinen vor. Darunter auch der Tiroler Peter Mitterhofer (1822-1893). Seine Modelle mit Blocktastatur zählen zu den Grundlagenerfindungen.

Erst 1793 begann die Serienfertigung von Schreibmaschinen. Die ersten Maschinen schrieben noch verdeckt, man konnte die Schrift erst lesen, wenn man in der zweiten Zeile war. Erste sichtbar schreibende Machinen benötigten eine Anschlagsdruck von etwa 600g. Bei 100.000 Anschlägen pro Tag waren also 60 Tonnen mit den Fingerkuppen zu bewegen. Bei der Weiterentwicklungen veringerte sich dieses Krafttrainig für die Finger auf einen Druck von 60g, später bei elektromechanischen Maschinen auf 3g.

Viele der frühen Serienmodelle waren Meisterwerke der Feinmechanik, wie die Stoßstangenmaschine von Heinrich Kleye (1863-1945) mit Vorderaufschlag, die 1898 unter dem namen "Deutsche Empire" und ab 1900 als "Adler 7" in den Handel kam. Auch der Dresdner Bruno Neumann baute mit der "Ideal Standard" und der "Erika" kleine Meisterwerke der Technik.

Eine Maschine der besonderen Art war die "Mignon" der AEG. Sie gehörte zu den am meisten verkauften Zeigermaschinen Deutschlands. Mit der linken Hand suchte man dabei mit einem Griffel das gewünschte Zeichen aus und mit der rechten Hand wurde dann durch Tastendruck das entsprechende Zeichen geschrieben.

Die erste deutsche elektromechanische Schreibmaschine war die "Mercedes-Elektra", die 1921 auf den Markt kam. Im Vergleich zu den rein mechanischen Maschinen war sie recht laut. Auf der Hannover Messe 1977 konnte man die ersten elektronischen Vollspeicher-Schreibmaschinen "IBM 82M" und "Olympia 6010" bewundern. Es waren Kugelkopf-Schreibmaschinen mit einem Arbeitsspeicher von 4.000 Zeichen und einer Magnetbandschleife für 200.000 Zeichen.

eine Rechnmaschine mit zwölf Tasten und sichtbarem elektrischen Antrieb an der Rückseite
Astra L, Zahnstangenmaschine, Astrawerke AG, Chemnitz, ab 1929

Die Rechenmaschine "Astra"

Die Rechenmaschine "Astra" ist eine Zahnstangen-Maschinen mit einem Hand- und Elektroantrieb. Der Elektromotor war sichtbar an der Rückseite der Maschine außerhalb des Gehäuses angebracht. Die Zwölfertastatur, die zusätzlich zu den Tasten für die Ziffern 0 bis 9 weitere Tasten für "00" und "000"besaß, ließ eine höhere Eingabegeschwindigkeit zu. Die Rechenergebnisse wurden zweifarbig auf einem Papierstreifen ausgegeben. Der Preis für diese elektrische Rechenmaschine betrug ca. 2.000 Reichsmark.

Ein Fernschreiber von Siemens mit Tastatur und Wählscheibe
Fernschreiber Siemens T100, Siemens & Halske AG, München, um 1962
Der Fernschreiber

Mitteilungen über weite Entfernungen zu transportieren war über Jahrtausende hinweg eine schwierige Aufgabe. Die Morsetelegrafie war sehr langsam und aufwendig, da die zu übertragenden Zeichen durch eine vorgegebene Folge von Punkten, Strichen und Pausen definiert wurden und daher noch entziffert werden mussten.

Viele verlangten nach einer schnelleren Übertragung. Dies sollte durch den Wegfall der Dechiffrierung – das Entziffern der Codezeichen – realisiert werden. Der englische Physiker Eduard Hughes (1831–1900), der in den USA lebte, beschäftigte sich mit dem Plan, einen Typenrad-Telegrafen herzustellen.

Die Presse war auch schon damals auf eine schnelle Nachrichtenübermittlung angewiesen. Um dies zu gewährleisten, wurden von der „American Telegraph Company“, die in den USA eine Monopolstellung besaß, hohe Gebühren eingefordert. Die Presseagenturen stießen auf den Bericht über Hughes und stellten ihm Geldmittel zur Verfügung, um sein Vorhaben zu Ende zu führen. Das erste Gerät eines Typenrad-Telegrafen war 1854 fertiggestellt.

Der Fernschreiber ist im Prinzip ein Telegrafenapparat, der Nachrichten Buchstabe für Buchstabe in Klarschrift übermittelt. Er ähnelt einer elektrischen Schreibmaschine. Die Verbindung zwischen zwei Geräten wurde über das Fernschreibnetz (Telex) hergestellt, das wie das Telefonnetz funktionierte und in dem man über eine Telefonwählscheibe den gewünschten Empfänger direkt anwählen konnte.

In Deutschland wurde der Fernschreibdienst 1933 eröffnet. In den 1950er Jahren war der Fernschreiber in allen Bereichen der Wirtschaft das Rückgrat der schnellen Kommunikation. Vor allem Banken, Fluggesellschaften, Handelsunternehmen sowie Presseagenturen waren auf den Fernschreiber angewiesen. Nachdem der Fernschreiber das Bild der Büros jahrzehntelang bestimmt hatte, wurde er seit den 1980er Jahren durch das Telefax und später durch die „electronic mail“ (E-Mail) abgelöst.

Vereinzelt gibt es heute noch Telex-Netze. In großen Unternehmen, Botschaften und Flughäfen wird das Netz zum Nachrichtenaustausch mit kleinen und infrastrukturell weniger entwickelten Ländern verwendet. Bei der Flugsicherung gehört das Fernschreiben sogar noch zum kommunikationstechnischen Standard, um flugbetriebliche Informationen zwischen den Flugsicherungsstellen zu übertragen. Grund dafür ist, dass die wesentlich einfachere Technik eine höhere Datensicherheit gegenüber Hackerangriffen gewährt.

Der Commodore Computer gilt als der erste Personalcomputer
Der Commodore-Computer kostete im Jahr 1979 ca. 2.000,- DM

Die elektronische Datenverarbeitung

Nullen und Einsen - der Binärcode bildet die Grundlage für die Verarbeitung digitaler Informationen. Die kleinste Kombination 0 und 1  wird in der Informatik als Bit bezeichnet. Schon Gottfried Wilhelm Leibniz (1646–1716) setze sich im Jahr 1697 in einem Brief an Herzog Rudolf von Braunschweig-Wolfenbüttel (1671–1735) mit diesem Prinzip auseinander:

"... Denn einer der Hauptpunkte des christlichen Glaubens […] ist die Erschaffung aller Dinge aus dem Nichts durch die Allmacht Gottes. Nun kann man wohl sagen, daß nichts in der Welt dies besser vorstelle, ja, gleichsam demonstriere, als der Ursprung der Zahlen, wie er allhier vorgestellt ist, durch deren Ausdrückung nur und allein mit Eins und Null (oder Nichts) alle Zahlen entstehen. […] man [siehet] […], eine wunderbar schöne Ordnung und Einstimmung, […] kraft deren man alles auch ohne Rechnung schreiben kann, so weit man will, wenn man in der ersten Columne zur rechten Hand, oder in der letzten Stelle nur immer wechselweise unter einander setzet: 0,1,0,1,0,1,0,1, u.s.w.; in der nächsten aber oder andern Stelle (von der rechten Hand an zu rechnen) kommt unter einander zu stehen: 0,0,1,1,0,0,1,1, u.s.w., in der dritten kommt: 0,0,0,0,; 1,1,1,1,; 0,0,0,0,; 1,1,1,1,; u.s.w., in der vierten: 0,0,0,0,0,0,0,0,; 1,1,1,1,1,1,1,1,; 0,0,0,0,0,0,0,0,; 1,1,1,1,1,1,1,1, und so fort; daß der Periodus oder Wechsel=Umgang allezeit noch eins so groß wird […]. Das kommt hier um so mehr zupasse, weil die leere Tiefe und wüste Finsternis zu Null und Nichts, aber der Geist Gottes mit seinem Lichte zur allmächtigen Eins gehört. Wegen der des Sinnbilds habe ich mich eine Zeiteilang bedacht und endlich für gut befunden diesen Vers zu setzen: Omnibus ex nihilo ducendis sufficit unum [Alles aus dem Nichts zu entwickeln genügt Eins].“

Der Commodore cbm 3032

Die Commodore-Computer der 3000er-Serie von Commodore wurden ab 1978 in Deutschland vertrieben. Diese Computer-Serie zeichnete sich durch eine schreibmaschinenähnliche Tastatur aus. Die Bezeichnung "cbm" steht für Commodore Business Machines, die 32 in dem Modellnamen steht für die Arbeitsspeicherkapazität von 32 kByte. Erste Einsatzfelder waren Büros, Universitäten und Schulen.