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Fernschreiber

Bürokommunikation

Der Fernschreiber

Mitteilungen über weite Entfernungen zu transportieren war über Jahrtausende hinweg eine schwierige Aufgabe. Die Morsetelegrafie war sehr langsam und aufwendig, da die zu übertragenden Zeichen durch eine vorgegebene Folge von Punkten, Strichen und Pausen definiert wurden und daher noch entziffert werden mussten.

Viele verlangten nach einer schnelleren Übertragung. Dies sollte durch den Wegfall der Dechiffrierung – das Entziffern der Codezeichen – realisiert werden. Der englische Physiker Eduard Hughes (1831–1900), der in den USA lebte, beschäftigte sich mit dem Plan, einen Typenrad-Telegrafen herzustellen.

Die Presse war auch schon damals auf eine schnelle Nachrichtenübermittlung angewiesen. Um dies zu gewährleisten, wurden von der „American Telegraph Company“, die in den USA eine Monopolstellung besaß, hohe Gebühren eingefordert. Die Presseagenturen stießen auf den Bericht über Hughes und stellten ihm Geldmittel zur Verfügung, um sein Vorhaben zu Ende zu führen. Das erste Gerät eines Typenrad-Telegrafen war 1854 fertiggestellt.

Der Fernschreiber ist im Prinzip ein Telegrafenapparat, der Nachrichten Buchstabe für Buchstabe in Klarschrift übermittelt. Er ähnelt einer elektrischen Schreibmaschine. Die Verbindung zwischen zwei Geräten wurde über das Fernschreibnetz (Telex) hergestellt, das wie das Telefonnetz funktionierte und in dem man über eine Telefonwählscheibe den gewünschten Empfänger direkt anwählen konnte.

In Deutschland wurde der Fernschreibdienst 1933 eröffnet. In den 1950er Jahren war der Fernschreiber in allen Bereichen der Wirtschaft das Rückgrat der schnellen Kommunikation. Vor allem Banken, Fluggesellschaften, Handelsunternehmen sowie Presseagenturen waren auf den Fernschreiber angewiesen. Nachdem der Fernschreiber das Bild der Büros jahrzehntelang bestimmt hatte, wurde er seit den 1980er Jahren durch das Telefax und später durch die „electronic mail“ (E-Mail) abgelöst.

Vereinzelt gibt es heute noch Telex-Netze. In großen Unternehmen, Botschaften und Flughäfen wird das Netz zum Nachrichtenaustausch mit kleinen und infrastrukturell weniger entwickelten Ländern verwendet. Bei der Flugsicherung gehört das Fernschreiben sogar noch zum kommunikationstechnischen Standard, um flugbetriebliche Informationen zwischen den Flugsicherungsstellen zu übertragen. Grund dafür ist, dass die wesentlich einfachere Technik eine höhere Datensicherheit gegenüber Hackerangriffen gewährt.